Unser Besuch auf der Sekem-Farm

Wind Nord/Ost, Startbahn null-drei. Bis hier hör' ich die Motoren …

Flug MS 786 Egyptair bringt meine Kollegen Sigrid und Axel und mich sicher nach Ägypten. Wir sind eingeladen auf die Sekem Farm in der Nähe von Kairo. Es wird uns allerdings sehr schnell klar, dass der Begriff „Farm“ etwas zu klein gewählt ist.

Beim Anflug auf die Hauptstadt am Nil ist es bereits dunkel. Endlos strecken sich orangefarbene Lichter über die Fläche. Die Straßen sind verstopft mit Autos. Das Einreiseprozedere hinter uns, werden wir von einem ägyptischen Sekem-Mitarbeiter am Ausgang freundlich empfangen. Nach etwa einer Stunde Fahrt über holprige Autobahnen, erreichen wir gegen 21h das Besucherzentrum auf dem, von Mauern umgebenen, Sekem-Areal – eine riesengroße Oase inmitten einer steinigen Wüste.

 

Wir verbringen den Abend mit unseren lieben Ansprechpartnern Andreas und Angela – deutsche Mitarbeiter, die dauerhaft in Ägypten leben und sich mit Leib und Seele dem Sekem-Projekt verschrieben haben. Sehr freue ich mich darüber Helmy Abouleish, Geschäftsführer und Stellvertretender Vorsitzender der Sekem-Gruppe, persönlich kennenzulernen. Er ist der Sohn von Ibrahim Abouleish, der Sekem 1977 ins Leben gerufen hat.

 
Nach einer kurzen Nacht unter dem Moskitonetz beginnt der nächste Tag mit einem Sekem-Moringa-Tee und selbstgebackenem Brot. Dann folgt Termin auf Termin, denn es gibt viel zu sehen und zu besprechen. Wir besichtigen die Textilproduktion („NatureTex“) in der unter der Leitung von Helmy Abouleish´s Frau Konstanze für zahlreiche Marken u. a. hochwertige Kinder- und Babybekleidung genäht wird. Die Halle, in der Teebeutel abgefüllt werden, kündigt sich mit einem intensiven Kräuterduft schon Meter vor der Eingangstür an. Wie in der Textilproduktion, blicken wir auch hier in fröhlich gestimmte Gesichter. Andreas begrüßt viele Arbeiter per Handschlag und mit einem kleinen Pläuschchen. Die Mitarbeiter werden fair entlohnt und finden gute Arbeitsbedingungen vor. Besonders interessant wird es für uns in Räumen der Dattelverarbeitung. Hier passiert noch immer viel von Hand. Jede (!) Dattel wird auf Schädlinge untersucht, händisch entkernt und anschließend in Kisten verpackt. Natürlich probieren wir vorher die ein oder andere der getrockneten Köstlichkeiten.
 

Vor dem Mittagessen wird uns eine besondere Ehre zu teil: In der Schule führen die unterschiedlichen Jahrgangsstufen ihre Gesangs- und Tanzkünste auf. Ein festes Ritual zum Ausklang der Schulwoche, bevor der Freitag im Islam traditionell im Kreise der Familie verbracht wird. Ein echtes Highlight ist die Eröffnung der Veranstaltung durch unseren Ansprechpartner Andreas (und wie ich später erfahre, ehemals professioneller Musiker) mit dem Song "What a wonderful world". Unplugged und live, 13h in der Wüste. Ich bin beeindruckt! Anschließend haben wir noch die Gelegenheit das "Medical Center" auf der Sekem Anlage zu besuchen. Hier werden jedes Jahr viele hundert Patienten aus dem Umland medizinisch versorgt. Für die meisten Menschen in der Region die einzige Möglichkeit für einen (bezahlbaren) Besuch bei einem qualifizierten Facharzt.
 
 

Den Nachmittag nutzen wir für "Feld"-Studien. Es scheint, als gibt es bei Sekem kaum etwas das nicht, zumindest Versuchsweise, angebaut wird. Wir passieren riesige Dattelpalmen-Plantagen, duftende Felder mit leuchtend-orangen Ringelblumen und sind begeistert vom Wachstum der Quinoapflanzen, denen die ägyptische Sonne und der karge Wüstenboden gut zu gefallen scheint. Auch Viehzucht wird in kleinem Maßstab betrieben. Die braunen Rinder mit ihren, für demeter typischen, natürlichen Hörnern geben ein tolles Fotomotiv. Zum Abschluss der Feldbegehungen kann sich unser Vertriebsleiter Axel noch einen Kindheitstraum erfüllen: Eine reife Orange direkt vom Baum. Lecker!

Nachdem wir am traditionellen Wochenabschlusskreis teilnehmen, bei dem alle Mitarbeiter von Helmy Abouleish persönlich verabschiedet werden, müssen wir uns auch schon wieder sputen - die Wüste ruft. Mit unserem Sekem-Guide Rafi geht es in einem Offroad-tauglichen Jeep zum Sonnenuntergang in die Wüste. Leider hat die Wüste wenig Ähnlichkeit mit dem, was ich aus Hollywood-Klassikern dazu in meinem Kopf abgespeichert habe - Weit und breit keine Kamel-Karawane zu entdecken! Dennoch ist es spannend zu sehen, wie das Land auf dem Sekem errichtet wurde, aussah, bevor es die Familie Abouleish mit intelligenter Brunnentechnik vollbracht hat, die Wüste urbar zu machen.
 
 
Den Nachmittag nutzen wir für "Feld"-Studien. Es scheint, als gibt es bei Sekem kaum etwas das nicht, zumindest Versuchsweise, angebaut wird. Wir passieren riesige Dattelpalmen-Plantagen, duftende Felder mit leuchtend-orangen Ringelblumen und sind begeistert vom Wachstum der Quinoapflanzen, denen die ägyptische Sonne und der karge Wüstenboden gut zu gefallen scheint. Auch Viehzucht wird in kleinem Maßstab betrieben. Die braunen Rinder mit ihren, für demeter typischen, natürlichen Hörnern geben ein tolles Fotomotiv. Zum Abschluss der Feldbegehungen kann sich unser Vertriebsleiter Axel noch einen Kindheitstraum erfüllen: Eine reife Orange direkt vom Baum. Lecker!

Nachdem wir am traditionellen Wochenabschlusskreis teilnehmen, bei dem alle Mitarbeiter von Helmy Abouleish persönlich verabschiedet werden, müssen wir uns auch schon wieder sputen - die Wüste ruft. Mit unserem Sekem-Guide Rafi geht es in einem Offroad-tauglichen Jeep zum Sonnenuntergang in die Wüste. Leider hat die Wüste wenig Ähnlichkeit mit dem, was ich aus Hollywood-Klassikern dazu in meinem Kopf abgespeichert habe - Weit und breit keine Kamel-Karawane zu entdecken! Dennoch ist es spannend zu sehen, wie das Land auf dem Sekem errichtet wurde, aussah, bevor es die Familie Abouleish mit intelligenter Brunnentechnik vollbracht hat, die Wüste urbar zu machen.
 
 

Am nächsten Morgen geht es schon wieder zurück nach Deutschland. Trotz der knappen Zeit vor Ort hat sich der Besuch bei Sekem auf jeden Fall gelohnt. Um den Wert dieser Initiative wirklich zu verstehen, muss man vor Ort gewesen sein. Die Vereinbarkeit von muslimischer und deutscher Kultur, nachhaltiger Landwirtschaft und professioneller Vermarktung, Arbeit und Leben in der Gemeinschaft ist unvergleichlich.